Gemeinde Riedenheim

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Ortsteile

Ortsteile in der Übersicht

Wohnen, Arbeiten, Freizeit - in der Gemeinde Riedenheim lässt es sich in allen Bereichen gut leben. Denn unsere schöne Gemeinde hat viel zu bieten. Informieren Sie sich hier über die Ortsteile der Gemeinde.

Stalldorf

Noch heute sind 7 Hügelgräber zu erkennen, die als Zeugen auf erste Besiedlungen etwa 800 bis 400 v. Chr. hinweisen. Erstes urkundliches Auftretens des Ortsnamens Stalldorf geht auf das Jahr 1224 zurück. Auch Stalldorf war mit einer Dorfmauer umfriedet und besaß 2 Torhäuser, die 1836 abgebrochen wurden. 1998 wurde die vor 60 Jahren vom Geistlichen Rat H.H. Pfr. Friedrich Martin zu Papier gebrachte umfangreiche Stalldorfer Ortsgeschichte veröffentlicht und herausgegeben. Das Werk ist bei der Gemeinde Riedenheim käuflich erhältlich. Stalldorf war bis 1978 selbständige Gemeinde. Die dörfliche Gemeinschaft ist in vorbildlicher Weise erhalten geblieben und wir bestens gepflegt. Freiwillige Feuerwehr, Musikverein, „Freizeitkicker“, sind ein Beispiel dafür. Zwei Gaststätten geben Gelegenheit zu gemütlichen Treffs und der Kommunikation.

Oberhausen

Oberhausen wird bereits 1374 erwähnt. Im Jahrbuch für fränkische Landesforschung Nr. 17 steht verzeichnet, dass der kaiserliche Hofrichter Ruprecht am 4. Oktober des Jahres 1374 das Kloster Kitzingen in den vollen Besitz des Dorfes Oberhausen setzte. Dem Kloster Kitzingen wurde dann (am 2. Juli 1390) durch Hans von Boltzhausen zu Röttingen der Empfang dieses Mannlehens mit allen Zugehörigen bestätigt. Aber bereits am 10. Juni 1391 verleiht das Kloster dann diese Mannlehen an den Götz von Finsterlohe. Einen Lehnsbrief über dieses Lehen stellen am 23. März 1405 Bruder Heinrich und der Konvent der Kartause dem Kloster Tückelhausen aus! Vorher war noch Friedmann Zobel belehnt. Tatsache ist auch, dass eben der Weiler Oberhausen bezüglich der Zehntpflicht dem Kartäuserkloster Tückelhausen zugehörte. Dies erklärt sich auch daraus, dass Oberhausen in der späteren Reformation katholisch blieb, während das benachbarte Nassau der Lehre Luthers verfiel.

Niederhausen

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass im Wald, nördlich von Oberhausen noch eine Ansiedlung mit dem Namen Niederhausen, mit einer Gebietsfläche von 235 ha, existierte. Dies geht aus einer Urkunde vom 25. April 1298 hervor in der es heißt, dass Kraft von Hohenlohe die jährlichen Einkünfte von seinem Hof Niederhausen an den Deutschorden in Mergentheim verkaufte. 1517 scheint Niederhausen wenigstens noch teilweise bewohnt gewesen zu sein. 1530 ist es aber von seinen Bewohnern endgültig aufgegeben worden. Ursache waren ohne Zweifel Wassermangel und Trockenheit, wodurch die Existenzgrundlage entzogen wurde.

Lenzenbrunn

Im südlichen Teil des Ochsenfurter Gaues zwischen den Dörfern Riedenheim und Aufstetten liegt der Weiler Lenzenbrunn, der schon gegen Ende des 13. Jahrhunderts urkundlich erwähnt wird. Als Besitzer eines Hofes zu Lenzenbrunn wird um diese Zeit der Ritter Otto von Röttingen genannt. Am 15. März 1286 verkauften der Ritter Otto von Röttingen und seine Töchter Hedwig und Jutta ihren Hof zu Luczenprunn an die Frauen Felicitas, Witwe Albrechts von Gochsheim, Kunigund der größeren und Kunigund der kleineren und Rycheyden, die in Lamprechts Hof genannt zu dem Lehen bei den Predigern zu Würzburg wohnen, um 100 Pfund Heller. Da der Hof in zinspflichtigen Verhältnis zu vier Chorherren von Neumünster, nämlich Walter Dechant, Hermann von Espenvelt, Theodor Sangmeister und Magister Gerung steht, so haben letztere den Hof dem Heinrich Weybler, Bürgermeister zu Würzburg und Friedrich Geyern, einem Bürgern daselbst, als Fürsehern jener fünf Frauen zu Lehen gegeben. Der Verkäufer nahm den Hof von den genannten Frauen wieder in Nießbrauch gegen eine jährliche Abgabe von 40 Malter Früchte und behielt sich das Recht vor, ihn im Laufe der nächsten sechs Jahre –im siebenten gemeinsam mit den Chorherren von Neumünster in Würzburg- zurückzukaufen.Nach erfolgter Wiederlösung nach sieben Jahren verkaufte der Ritter Otto von Röttingen am 30 Januar 1293 in Gemeinschaft mit seinen Töchtern Heilwigis und Jutta und mit besonderer Bewilligung des edlen Herrn Kraft von Hohenlohe die Hälfte des Hof in Liucenbrunnen dem Kloster Schäftersheim für 155 Pfund Heller. Die Nutznießung der zweiten Hälfte des Hofs aber behielten sich die Töchter auf Lebenszeit vor, so jedoch, dass sie jährlich ein Pfund Wachs dem Kloster geben wollen. Zeugen dieses Verkaufs waren der edle Kraft von Hohenlohe, der Ritter Cunradus de Vinsterloch, Beringerus de Cano de Rotingen, Cunradus plebanus in Nassach, Eberhardus, prepositus, Arno capellanus, Hartliep capellanus in Schäftersheim, frater Albertus und frater Heinricus. Die Urkunde siegelte der oben genannte Kraft von Hohenlohe, und vom Kapitel des Stifts Neumünster Walter decanus, Hermann cantor und der canoniker magister Gerungus. Da nun von dem jährlich bestimmte Reichnisse an die oben genannte Chorherren von Neumünster zu Würzburg gezahlt werden mußte, gab der Ritter Otto von Röttingen ihnen den Hof als Lehen auf, und diese verliehen ihn dann an die Frauen zu Schäftersheim. Am St. Mathias-Abend (24. Februar) 1300 räumten die Töchter Ottos von Röttingen, Hedwig und Jutta, dem Kloster Schäftersheim zu ihren Lebzeiten auch das Vorkaufsrecht an ihrem Gute zu Lenzenbrunn ein, das dann nach ihrem und ihres Vaters Tode an das Kloster fallen sollte. Nach dem Tode der Töchter des Ritters Otto von Röttingen war der Hof zu Lenzenbrunn nun ganz in den Besitz des Klosters Schäftersheim gelangt. Am Dienstag vor dem Palmtag (6. April) 1367 erkennt auch der Landrichter zu Nürnberg, Graf Friedrich von Castell, auf Antrag der persönlich vor ihm erschienen Meisterin des Klosters Schäftersheim, Elisabeth von Mergentheim, dass das Kloster im rechtmäßigen Besitz des Gutes zu Liutzenprunn sei. Nach einer Aufstellung über Ein- und Ausgaben des Kloster Schäftersheim in den Jahren 1445 und 1446 hatte das Kloster von dem Hofe zu Lycenprunn 20 Malter Korn, 6 Malter Weizen und 10 Malter Haber als jährliches Reichniss erhalten; ferner gab Gresse von einer Wiese zu Luicenprunn 33 Pfund Heu. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wird Lenzenbrunn als ein dem Universitätzsrezeptorate zu Würzburg lehenbarer Hof oder Weiler von 5 Wohnungen bezeichnet. Das Amt Röttingen übte die Vorteilichkeit und Zent daselbst aus. Die Einwohner haben keinen eigenen Schuldheißen, sondern sie sind Mitglieder der Gemeinde Riedenheim, von wo sie eine Viertelstunde entfernt sind. Eben dahin pfarren sie auch und ihre Kinder besuchen die dortige Schule. 1796 waren es 5 Schulkinder. Die Einwohner beschäftigen sich ausschließlich mit dem Feldbau und sind wohlhabend, denn sie besitzen einen beträchtlichen, guten Feldbau, auch etwas Waldung. Die Lage von Lenzenbrunn ist die reizendste, da man ihrer erhöhten Lage wegen fast den ganzen Ochsenfurter Gau überblicken kann.